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Strickmaschinen – kleine Wunderwerke der Feinmechanik

Strickmaschinen – kleine Wunderwerke der Feinmechanik

Am Pfingstwochenende (6.-8. Juni) erstmals RST-Treffen in Rheine

Wikuna aus den Niederlanden um 1930Wikuna aus den Niederlanden um 1930Es gibt nichts, was es nicht gibt!  Hannelore Obert, aktives Mitglied des Textilmuseums in Rheine, frönt seit Jahren ein interessantes Hobby: Sockenrund- und Flachbettstrickmaschinen, kleine Wunderwerke der Feinmechanik, mit denen man die mechanische Fertigung von Strümpfen und Strickwaren aufnehmen konnte.

Die Anfänge der Strickmaschinen für den Handbetrieb liegen in den 1850er Jahren in England und in der Schweiz, später in der USA und in Deutschland, mit deren Hilfe die Heimarbeit mit dem Stricken von Strümpfen und Stricksachen möglich wurde. Nach dem Niedergang der Leineweberei war auch im Kreis Steinfurt, etwa in Horstmar und Metelen, das Stricken als Heimarbeit sehr verbreitet.

Strickmaschinen waren einst ein beliebtes Aussteuergeschenk, mit denen Frauen ihre Familien „bestricken“, aber auch etwas zum Familieneinkommen beitragen konnten. Das Alter der Maschinen reicht mitunter bis in die 1930er Jahre zurück, sie wurden aber noch bis in die 1970er Jahre gebaut, meist von kleinen Werkstätten  und unter eignem Namen vertrieben, etwa die Fa. Gustav Nissen oder in den Niederlanden die Fa. Wikuna. Heute gibt es weltweit nur noch zwei Hersteller: einer in den USA, der andere in Neu Seeland.

Heute sind es nur wenige Enthusiasten, die diese alte Technik noch beherrschen und liebevoll die kleinen Maschinen wieder zum Laufen bringen. Ein lebhafter Austausch erfolgt über Internetforen, etwa über die Unzahl von einzelnen Modellen, erst recht aber die Jagd nach notwendigen Ersatzteilen und Anleitungskniffs.

Favorit aus Dänemark von 1914Favorit aus Dänemark von 1914Am Pfingstwochenende (von Freitag bis Sonntag) findet auf Initiative von Hannelore Obert das 4. RST Treffen hier in Rheine statt. Sockenstrickmaschinenbesitzer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland kommen hier zu einem Austausch im Textilmuseum Rheine zusammen. Klar, will man erst einmal ungestört sich austauschen und fachsimpeln, aber was wären Enthusiasten und Sammler ohne Publikum, denn jeder möchte seine Schätze auch zeigen und stolz präsentieren. Daher ist am Samstag von 14 bis 18 Uhr im Textilmuseum Gelegenheit, diese kleinen Kunstwerke auch anzusehen und den Rundstrickern bei ihrer Arbeit zu zusehen.

 

Vielleicht hat auch noch der eine oder andere Besucher noch ein solches „Schätzchen“, welches er der Sammlung des Textilmuseums anvertrauen will (tel. 05971/10018). Alle Rund- und Sockenstricker der nördlichen Hemisphäre sind ganz herzlich eingeladen zum Besuch des 4. RST Treffen im Textilmuseum Rheine, Humboldtplatz 4.  Interessierte Teilnehmer melden sich bitte unter 05971/57515.

 

 

Andreas Oehlke

 

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