Publikationen > Hefte für regionale Textil- und Industriegeschichte 3/2010

Unsere Dampfmaschine
Unsere Handspinngruppe
Gefunden und Gelesen
Publikationen
Hefte für regionale Textil- und Industriegeschichte 3/2010
HrTI_3-2010Hefte für regionale Textil- und Industriegeschichte 3/2010
CKT im 3. Jahrhundert
Tradition und Aufbruch im Emsquartier
Rheine 2010                   
Preis 7,50 € (zuzügl. Porto)


Unverhofft, kommt oft! - diese alte Spruchweisheit scheint auch für Jubiläen zu gelten: In diesem Jahr sind es gleich drei Jubiläen, die die Belange des Textilmuseums berühren: 175 Jahre C. Kümpers & Timmerman (CKT), das Gründungsjubiläum der alten Kümpers-Stamm-firma, auf deren Gelände sich das Textilmuseum heute befindet und hier vor fünf Jahren gegründet wurde - damals in der laufenden Euregio-Ausstellung „Sidney Stott - Cotton mills for the Continent", die von Rheine aus angeregt wurde, einem wahrhaft europäischen Thema mit entsprechender internationaler Beteiligung - mit dem unsere kleine Gemeinschaft das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Schließlich die ISG-Emsquartier, die hier wiederum im Textilmuseums gegründet wurde, deren Mitgliedschaft für das Textilmuseum - unter all den Kaufleuten - eine Selbstverständlichkeit war - ganz im Sinne des Slogans von Hermann Büscher - „Kaufen, Kultur und Kaffeetrinken". Zumindest das Textilmuseum (als „Gedächtnis der Stadt") hat sich stets auch als kulturelles Schaufenster dieses Emsquartiers verstanden. Für das Textilmuseum ist die Fa. C. Kümpers & Timmerman sowie Carl Kümpers und Jan F. Timmerman als die Begründer unserer textilindustriellen Tradition, stets Bezugs- und Ausgangspunkt für weitere textilgeschichtliche Forschungen. Gerade auch in Vorbereitung dieser kleinen Festbroschüre wurde deutlich, daß wir über viele Aspekte dieser frühen Phase der textilindustriellen Entwicklung noch unzureichend informiert sind. Dies sei uns zur Aufgabe gesetzt. Die alte Festschrift von 1960 zum 125jährigen Firmenjubiläums war indes solide gearbeitet, sodass diese hier unseren Gedanken vorangesetzt sei. Das der alten traditionsreichen Textilfirma nur noch sechs Jahre verbleiben sollten, das konnte damals keiner wissen, wohl aber ahnen, denn es waren damals für die Textilindustrie schicksalhafte Jahre so kurz nach dem Kriege, mit dem Wiederaufbau dieses arg zerstörten Werkes, der Einführung des 8-Stundentages bei gleichzeitig gestiegenen Löhnen und der zugleich gnadenlos billigen Konkurrenz aus Ostasien und den COMECON-Ländern - dramatische Jahre also, von denen uns Manfred Kümpers zu berichten weiß. Aber welchen Weg nahm in den nächsten Jahren die nun stillliegende Industriebrache und das einst so symbiotisch damit verbundene Wohn-und Geschäftsquartier rechts der Ems? Welche aktuellen Planungen liegen nun auf dem Gebiet, welches sich heute Emsquartier nennt und bewusst auf die textilindustrielle Tradition zurückgreift - dies gehört zur Fortschreibung dieser Stadteilchronik.
Eingebunden in den alljährlichen Ablauf des Tagesgeschäfts, mit Planungen und Vorbereitungen, hat man oft viel zu wenig Zeit, zurück zu blicken auf das bereits Geleistete. Dies sollte man stets mit Dankbarkeit tun, aber auch mit kritischem Blick, um Kurskorrekturen zu ermöglichen und sich auf veränderte Situationen einzustellen. Nach fünf Jahren gilt es auch ein erstes Resümee zu ziehen und denen zu danken, die uns in diesen Aufbaujahren begleitet haben, etwa die Dampfmaschinen-Crew um Willi Helmer, der Heimatverein Rheine als einer der Taufpaten, der stets mit wachem Interesse unser Anliegen verfolgt hat und vor allem die Sponsoren, die vieles von dem erst möglich gemacht haben.
 

Inhaltsverzeichnis | Kontakt | Impressum