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Wider das „Schiffchenküssen“

Eintrag v. 19.03.2011

Sozialgesundheitliche Maßnahmen des Münsterländischen Textilverbandes  zusammen mit den Textilunternehmern am Ende der 1920er Jahre

Weber_beim_SctzenwechselIm Zuge der sozialhygienischen Bestrebungen und der Arbeitsschutz geriet in den späten 1920er Jahren das sog. „Schiffchenküssen“, das seit Jahrhunderten beim Schützenwechsel in der Weberei praktizierte Einsaugen des Fadens durch die Öse des Weberschiffchens, in den Focus der Gesundheitsbehörden.
Insbesondere in den großen Textilbetrieben galt das „Schiffchenküssen“ als eine unappetitliche und gesundheitsschädliche Methode, die im Verdacht stand, Tuberkulose und andere gefährliche Volkskrankheiten  zu übertragen. Was heute vielleicht kurios anmutet, war damals eine echte gesundheitliche Gefahr, was aber zunächst den Webern an der Maschine nur schwer zu vermitteln war und nur durch Strafandrohungen durchgesetzt werden konnte.
Von Seiten der Textilarbeitgeber wurde 1929 eigens eine „Kommission für technische Maßnahmen zur Vermeidung des Schiffchenküssens“ ins Leben gerufen.
Dies Problem betraf in erster Linie die Generation der einfachen Maschinenwebstühle, wo der Schützenwechsel noch von Hand geschah. Mit der nach dem Kriege in verstärktem Maße anlaufenden Teilautomation und der Nachrüstung mit automatischen Schützenwechslern war das Problem ohnehin ausgestanden.

Maßnahmen zur Vermeidung des Schiffchenküssens 1.16 Mb

 

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