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Und sie bewegt sich doch ...

Und sie dreht sich doch – Einhängen des Großen Schwungrades am EEC durch die Firma Techno System, Nordhorn.


Neues Quartier am EEC für den  letzten Dinosaurier aus der großen Zeit der Textilindustrie

Am Freitag, den 9. Mai, erfolgt ab 18.20 Uhr im Beisein der Bürgermeisterin der Stadt Rheine die feierliche Ingangsetzung der alten Sulzer-Dampfmaschine. An der Stadtloggia am EEC wartet auf die „Zaungäste“ eine attraktives Rahmenprogramm mit reichlich Dampf. Speziell zu diesem Anlass wurde vom Sportstudio 2Fit eine Tanzchoreografie zum Thema „Dampf“ erarbeitetet, nicht weniger dampftreibend dann die musikalischen Darbietungen des Rheiner Blechbläserensembles.

„Wir machen Dampf“ – so lautet der Slogan der EEC-Gemeinschaft im Emsquartier, unter deren Dach sich auch das Textilmuseum befindet. Ein Slogan, durchaus in der Doppeldeutigkeit der Worte. Mit der Dampfmaschine soll ganz bewusst an die besondere Tradition des alten Textilstandorts erinnert werden. Hier auf dem Mühlenkamp ging 1847 mit der „Baumwollen Spinnerei in Rheine“, die ersten Maschinenspinnerei in Nordwestdeutschland in Betrieb -  Startschuss zur Industrialisierung und zu einer überaus stürmischen Entwicklung in dieser Stadt.

Die Dampfmaschine am EEC stammt aus der ehemaligen Weberei Kerstiens in Neuenkirchen. Sie ist definitiv die letzte Dampfmaschine der vormals in der hiesigen Textilindustrie zu Dutzenden im Gebrauch gewesenen Antriebsmaschinen. Als nach der Betriebseinstellung (1962) die Fabrikgebäude an der Emsdettener Straße 1983 abgebrochen wurden, rettete Rudolf Breuing für den Heimatverein Rheine die Dampfmaschine buchstäblich in allerletzter Sekunde vor der Verschrottung. Die Pläne am Falkenhof für eine Erweiterung der textilhistorischen Sammlung zerschlugen sich jedoch und die Dampfmaschine verblieb vorerst auf dem städtischen Bauhof, wo sie aber zunehmend der Witterung ausgesetzt war.

Für mehr als zwanzig Jahre vergessen, wurde die Dampfmaschine im Frühjahr 2003 dort auf dem Gelände des Städtischen Bauhofs „wiederentdeckt“. Es gelang Hermann Büscher (EEC-Rheine) für die Dampfmaschine zu interessieren und für diese einen im Stadtbild herausgehobenen Standort am neu gestalteten EEC-Emseinkaufcentrum zu finden. Zunächst aber wurde die Maschine im Herbst 2003 bei der Rheiner Strahl- und Lackiertechnik einer gründlichen Reinigung unterzogen und mit einem Spezialmittel konserviert. Der exzellente Erhaltungszustand der Lagerstellen gab zu der Hoffnung Anlass, die alte Dampfmaschine mit Hilfe eines Hilfsmotors in Gang zu setzen.
Am 10 November 2004 wurde mit einem Spezialkran der Fa. Sommer & Grotke die tonnenschwere Dampfmaschine am neuen Standort am EEC eingehoben und von der Montagefirma Techno System aus Nordhorn montiert. Ab dann übernahm das Restaurierungsteam vor Ort die weitere Aufbereitung der Dampfmaschine. Jeden Mittwochnachmittag in der „guten Jahreszeit“ traf sich das Team am jetzigen Standort, was sich in der Bevölkerung schnell herumsprach und für viele „Zaungäste“ sorgte.
Jeder im Team brachte seine in all den langen Berufsjahren gesammelten Erfahrungen und Verbindungen mit ein. Und so ist es insbesondere den Kollegen Daniel, Helmer und Wameling anzurechnen, daß nahezu ausschließlich die gesamte Restaurierung, insbesondere der aufwendige (Hilfs-) Antrieb der Fa. Paus in Emsbüren, durch aktive und tatkräftige Hilfe einer Vielzahl von Sponsoren realisiert werden konnte – Zeugnis von Leistungswillen, Bürgersinn und Traditionsbewusstsein mittelständischer Unternehmen, denen unserer Dank gilt. Mit der Ingangsetzung der Dampfmaschine ist nun das vorläufige Ende einer langen Restaurierungsphase erreicht.

 

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